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Hairspray-ed – Travolta als Drag-Wuchtbrumme

Posted by stylebitch on July 8, 2007

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Als Musical-Junkie – “Les Miz” intravenös, der Hammer – finde ich’s natürlich absolute fabulous, das Hollywood sich seit einigen Jahren diesem Genre widmet. Hat ja schließlich auch früher Gazillionen von Dollar in Tinseltowns Kassen gespült: “The Sound of Music“, “Oklahoma“, “Singin’ in the Rain“, “My Fair Lady” … Damals konnten die Stars meist noch recht gut singen, tanzen und spielen. Ärgerlich an diesem Mini-Boom, der vor allem den Broadway-Theatern die Aufmerksamkeit der Generation ADD sichert und daher eine feine Sache ist, ist, dass Kino-Musicals anderen Gesetzen gehorchen, als ein Bühnen-Singspiel. Sicher, auch auf einer Theater-Reklame machen sich große Namen gut – in letzter Zeit auch immer wieder Filmstars, mit mehr oder minder großem Erfolg (Vanessa Redgrave: wow, Julia Roberts: mau) – aber für die Leinwand sind sie Bedingung. Denkt man im Excel-Universum der Studios. Also wird mancher celebrity mit Mühe, Not und einer Armada von vocal coaches in die Lage versetzt, einfachste Melodeien zu furzen. Die Folgen heißen “Evita” (mio dio, Madonna), “Phantom of the Opera” (Gerald “300 falsche Töne” Butler) und “Chicago” (Catherine “Zitterton”-Jones und Rene “Liebesszenentöter” Zellweger). “Rent” vertraute dem Großteil der Broadway-Crew auch auf Zelluloid – und das war auch gut so. Nachdem die pinke Wundertüte “Hairspray“, über Moppelchen Tracy Turnblad, die 1962 ihrer home town Baltimore zeigt, was Toleranz ist, am Great White Way vor ein paar Jahren zur cash cow wurde, griff Hollywood zu. Und castete sich einen Wolf. Ich weiß nicht, ob die A-Liga sangesbegabter Akteure und Aktricen gerade alle den Anrufbeantworter an hatte, jedenfalls ließt sich die Cast wie das letztes Aufgebot:
Michelle Pfeiffer (eigentlich nur noch als hochbezahlte Hexe in TV-Fantasyschinken aktiv)

  • Christopher Walken (passabler Mime ohne Gesangstalent, den seine Direkt-in-die-Videothek-Filnmchen ab und an wieder zu Großproduktionen führen)
  • Queen Latifah (sicherlich eine der unbegabtesten Sängerinnen/Schauspielerinnen zwischen Hollywood Hills und Sunset Boulevard; spezialisiert auf seichte Black-Comedy-Kost mit vakanter Wuchtbrummen-Position; röhrt und stampft alle Kritiker in die Flucht)
  • Dazu: Trilliarden von quietschbunt gewandeten Füllmasse-Nebenröllchen

Und falls ihr immer noch denkt, well, ich gucke manchmal größeren Schrott, so habe ich als besonderes Schmankerl noch Hobby-Tetan John Travolta als transgendered woman für euch. Stelt euch einfach eine bis ans Limit aufgepumpte Kirstie Alley im Styling von Vera Int-Veen vor. Auf der Bühne genial und mit viel Herz verkörpert von Harvey Fierstein ist Dickbacken-John eine einzige Blamage. Für die gay community, weil wie eine Tunten-Karrikatur agierend, und für die Transenwelt, weil sie selten von einer so hässlichen Disney-Mama repräsentiert wurde. Kommt einem so ein Gummimonster entgegen, man sollte statt zu Hairspray gleich zum CS-Gas greifen. Dagegen war Gene Hackmans Drag-Einlage in “The Birdcage” ästehtisch wertvoll.

So, das musste mal sein, schließlich ist gender bending kein Partyspiel. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich jeder Sektierer einfach einen Fummel überwerfen und die queere Fanbasis anbaggern würde. Lippenstift und Polyesterperücke machen noch keine Dragqueen, Mr. Holterdiepolter!

Ich ziehe mir jetzt die Lippchen nach, kontrolliere meine falschen Wimpern und verbrenne ein paar “Saturday Night Fever”-Videos. Als Statement. Cheers!

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