stylebitch

you say i’m a bitch like it’s a bad thing …

back to nitty gritty city #1

Posted by stylebitch on November 7, 2007

Eigentlich hatte ich mir meinen Jahresurlaub – immerhin 14 Tage, whopeee – ja wie in der Raffaelo-Werbung vorgestellt, glamourös & kontrastreich: gleißend weiße Sonnenstrahlen auf perlweißem Sand, kalkige Albinopalmen, leuchtend rote Strawberry Daiquiris, gebracht von pechschwarzen sehr dunkel pigmentierten Beach Boys beach boys, während ich von Maos kleinem roten Büchlein auf und ins Türkisblau der Lagune blicke … Doch dann brachte mir mein Privatsekretär ein überaus verlockendes Flugangebot in den grünen Salon und ich änderte ließ meine Pläne ändern. Manhattan statt Malediven, durch Häuserschluchten fegender Wind statt softe Ozeanbrise in der Mittagssonne.

Als Quasi-New-Yorker – habe da schließlich mal sieben Monate gelebt, länger als die meisten cab driver … – machte ich mich sofort an die Planung: Flug, Shuttle, Unterkunft und Entertainment buchen. Da mein letzter Aufenthalt im Mai meinem Hotelfavoriten, dem pod Hotel, offensichtlich einen VIP-Boost verschafft hat, haben die doch gleich mal die Preise erhöht. Habe dann noch emsig weitergesucht, doch auch alle gay bed & breakfasts waren schon dicht. Also stöberte ich bei craigslist.com und wurde mir mit einer netten Inderin handelseinig, die ihr äußerst schickes one bedroom apartment in meinem geliebten East Village vermietet (Fotos hier).

Rasch noch hier reserviert und mein Theaterprogramm zusammengestellt, denn ohne Musical-Overkill verlasse ich NYC nie:

Die Mommie Die (my review; Website)
Mel Brooks’ Young Frankenstein (my review; Website)
Wintuk vom Cirque Du Soleil (my review; Website)
Disney’s The Little Mermaid (my review; Website)
Walmartopia (my review; Website; backlink)
Wie mir die Werke gemundet, geohrt und geaugt haben, lest ihr ganz, ganz bald.

Natürlich hatte ich schon beim Hinflug Übergepäck. Is klar. Früher durfte man noch zweimal 32 Kilo mitnehmen, heute bloß noch je 23 Kilo. Mein fescher Rimowa brachte zwar nur 25 auf die Waage, doch trotz „Insgesamt dürfen es doch 46 Kilo sein. Könnten wir da nicht eine Außnahme …“ ging gar nichts. 19 Euro später durfte ich einchecken. Lustig bei Emirates ist, dass alle weiblichen Angestellten Fez-artige Pillboxhütchen mit seitlichem Schleier tragen müssen. Bei südländisch bis orientalischen Frauen sieht das ja noch elegant und exotisch aus, nach Sheherazades Halbtagsjob. Doch wenn ein Counter-Mäuschen Lisa Englund heißt und auch so aussieht – Sommersprossen auf bleichem Teint, rote Locken, große ebenmäßige Zähne, sehr breites Lachen – dann denkt man an „Pippi in Dubai“.

Angry aboard. Für eine so mit Preisen überhäufte Airline sind die Sitze in der Eco erschreckend eng. Und bei Sitzreihen ist eng so gar nicht geil, let me tell you. Mein Tischlein kann ich nur ausklappen, wenn mein Vordermann seinen Sitz vollständig in der Senkrechten behält, also nie. Ansonsten wird er zur Guillotine und ich zur Jungfrau in zwei Teilen. Da hat man bei der Lusthansa ja mehr Platz. Dafür ist das Kabinen- und Polsterdekor recht hübsch. Beige mit geometrischen Pastellzeichnungen. Das Licht kann von OP-Grell auf Lagerfeuer-Orange wechseln – nett. Und das Unterhaltungsprogramm ist vorbildlich. 600 oder so Kanäle mit (SEHR VIELEN) Filmen, (wenigen) Serien , Spielen (Schrott!) und Musik: Natasha Bedingfield: „I wanna have your babies“ – haben Hetero-Frauen denn gar keinen Stolz mehr? Ich entscheide mich für „Blades of Glory“ (wüste Eislauf-Comedy im Stil von „Zoolander“ und „Dodgeball“ – me liked very much), „Premonition“ (Sandra Bullock müht sich sichtlich durch eine etwas blutleere Vorahnungs-Story) , „Breach“ (ein feines Spionage-Psychodrama, in dem sich Rrrrrryan Phillippe und Chris Cooper gegenüber stehen) und „The Simpsons Movie“ (für den Film zu einer Kultserie erstaunlich gelungen. D’oh!).Mein special seafood meal ist der gleiche Fischgang, wie ihn die Normalos (später, hihi) bekommen. Bloß ohne Geschmack, Soße und Schokoladen-Dessert. Dafür angegorene Früchte. Danke. Die zweite Mahlzeit besteht aus einer Birne und einer Banane. Auch die Scheichs sind offenbar gerade klamm.

Am JFK geraten meine laufgierigen Mit-Passagiere und moi in die rush hour in der Abteilung „Fingerabdrücke und Schnappschüsse plus Fangfragen“. Geschlagene 60 Minuten schiebe ich meine Joop-Tasche vor mir her, dann darf ich in den längst vom Band geworfenen Koffern nach meinem suchen. Der schönste ist gottseidank leicht zu finden.

Super Shuttle enttäuscht mich auch diesmal nicht, für 24 Dollar inkl. Trinkgeld bringt mich der blaue Van bis zur Haustür. Blöd nur, das meine Station die letzte war, fast 90 Minuten durch Schlaglöcher zu heizen ist nach airline food keine good idea.

Rasch die enge Treppe mit den schmalen Stufen erklommen und rein in mein home away from home. Alles so wie auf den Bildern, ich bin begeistert. Gleich um die Ecke liegen Studi-Viertel, St. Mark’s Place mit schrägen Underground-Läden von Alt-Hippies und Tattoo-Freaks und Alphabet City. Gar nicht so gefährlich wie immer behauptet wird.

!!!ATTENTION READERS!!!ATTENTION READERS!!!ATTENTION READERS!!!ATTENTION READERS!!!

Falls Interesse besteht – also fleißig per Kommentar „Hier!“ rufen – werde ich eine Extra-Seite mit NYC-Tipps anlegen, die von allen Lesern dieses Blogs mitgestaltet und erweitert werden kann. Gesucht sind allerdings Tipps, die nicht im Reiseführer stehen. Gay, straight, cheap, expensive – alles, nur nicht gewöhnlich! Ich mache mich asap ans Werk, ihr macht artig Mund-zu-Mundpropaganda (mit Zunge!) – dann wird das ganz großes Kino. Endgeil serviceorientiert usw.

skull, the bitch herself

7 Responses to “back to nitty gritty city #1”

  1. Charles Busch! Endlich mal jemand, der ihn wenigstens kennt. “Psycho Beach Party” und “Die Mommie Die!” hab ich beide auf DVD. Wichtig, wenn’s grau und trüb draussen ist und man richtig was Buntes braucht.🙂

  2. stylebitch said

    I lllluv him. Lese gerade “Vampire Lesbians of Sodom” und habe “Die Mommie Die” auf DVD bestellt. Leider verstehen die meisten Leute nicht, wie talentiert, belesen und professionell man sein muss, um so geniale Trash-Persiflagen zu schreiben – und zu spielen. Hier ein Link, nur für Dich: http://www.nytimes.com/2006/12/10/realestate/10habi.html?_r=1&ex=1183780800&en=0c5756686fb079b5&ei=5070&oref=slogin (sogar mit Audio-Clipshow by Mr. Busch himself)

    P.S. Die M&Ms sind gekauft. Schreib mir doch beizeiten mal, wo ich sie von HH aus hinschicken soll. stylebitch247[ a t ] web.de

  3. Hier in Deutschland ist der Mann bzw. sind seine Stücke völlig unbekannt. Die Vampire Lesbians sind ein Hit. Schon beim Lesen hab ich Tränen gelacht. Es gibt übrigens noch eine tolle Doku auf DVD: “The Lady in Question is Charles Busch”. Wir sollten uns mal zu einem langen DVD-Wochenende bei mir verabreden.

  4. stylebitch said

    Die Doku habe ich auch gesehen, hatte aber noch eine Menge Bette Davis zu bestellen und musste mich an mein Budget halten *lol* Ich werde in meinem Kalender nachsehen. Lassen. Warum nicht …?

  5. You’ve got mail, bitch!

  6. Just watched the battle between Cro Cop and Mir, sorry but it was the most boring battle ever zzzzzzzzz

  7. Es tut mir leid dass die Wette so daneben gegangen ist, aber bei live Sendungen gibt es leider keine sicherheiten. Wünsche ihm trotzdem gute Besserung.

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