stylebitch

you say i’m a bitch like it’s a bad thing …

random ramblings vol.5: London Edition

Posted by stylebitch on December 22, 2007

Konichiwa bitches. Da hatten mich doch die “blauen Seiten” etwas aus dem emotionalen Gleichgewicht geschubst und ich musste ein wenig im real life leiden, statt euch zu bespielen. But now I’m back. WITH A VENGEANCE! Und so entspannt, wie man als Schwûlette eben ist, wenn man gerade noch rechtzeitig vor der bösen 3 seine Geburtsurkunde hat korrigieren lassen.
Hey, wie sagt doch eine meiner liebsten fellow bitches, RuPaul, so treffend: “We are all co-creators of our own destiny. It’s not just Buddy. Well, most people probably call him God …” Und meine Großtante, Cherilyn Sarkisian LaPierre Bono Allmann, fügte einst hinzu: “Wenn ich meine Titten auf dem Rücken haben will, dann mache ich das. Es sind schließlich meine!” Mit derlei Mantren unterm Stirnlappen, macht sich bei mir sofort neuerliche Aufbruchstimmung bemerkbar. Wenn schon keine weihnachtliche Euphorie und Spekulatius-Glückseligkeit, dann wenigstens eine Supersize-Portion “Just do it!“.

Wobei Portionen gerade kein so angenehmes Thema sind, ich bin nämlich den vierten Tag auf DIÄT. Was, werdet ihr sagen, willst Du, oh Holde mit dem Astralkörper, denn noch abnehmen? Und ihr habt natürlich völlig recht. Ich leiste mir aber den Luxus, trotzdem den Kampf gegen die bösen, bösen Kohlenhydrate aufzunehmen und mich verstärkt von Ei- und Fischeiweiß sowie fettreduzierten Molkereiprodukten zu ernähren. Nein, geschätzte Andrea-Kiewel-Fans, ich klebe mir keine bunten Fresspunkte auf den Pôpô, um mein weight zu watchen. Standesgemäß vertraue ich einer Ökotrophologie-Koryphäe, bei der sich die Park-Avenue-Socialites in die Size Zero hungern: Dr. Jana Klauer. “How the rich get thin” heißt ihr Werk und das ist auch mein last minute Geschenktipp für all jene, deren Größe 36 (w) oder 50 (m) unter Kaloriendauerbeschuss steht. Vielleicht was für nach den F(r)es(s)tagen … [stylebitch verspeist gierig zwei Löffel 0,1-Prozent-Fett-Joghurt]

Da ich heute fleissig meine Fotos aus England’s capital gepostet habe (HIER), hier nun statt der üblichen News in Kürze ein London-Flashback mit dem Titel QUEEN, PLEAZE!

I’M NOT GAY, MY STYLIST IS ENGLISH Es ist wohl doch falsch, dass alle Briten schwul sind. Wobei ich noch nie so viele Männer mit derart affektierten Manierismen gesehen habe. Rosige Wangen, zarter Glanz auf der Haut, rosa Hemd, perfekt sitzender Anzug – ja was soll man denn da denken, hm? Und erst die zierlichen Pete-Doherty-Lookalikes mit Goth-Jeans auf Halbmast … Mama like very mucho.

SHIT SELLS? Nach einem Besuch in der fabelhaften “The Golden Age of Couture“-Ausstellung im Victoria & Albert Museum stelle ich fest, dass dank John Galliano bei Dior die goldenen Zeiten doch nach 1960 nicht vorbei waren. Und dass es einer solchen Schau unwürdig ist, wenn der Museumsshop neben Bildbänden tonnenweise (!) Billigschmuck und -textilienfetzen anpreist, die nicht einmal die Mode-Hölle kik sich zu bestellen traut. Pfui!

ICH BIN EIN STAR, HOLT MICH HIER RAUS! Ich habe definitiv keinen Gefängnis-Fetisch. Nach drei Nächten im easy hotel Earl’s Court in einer winzigen, orangenen (immerhin sauberen) Vollplastik-Kreuzfahrtkabine ohne Fenster und Seegang, dafür mit morgens aufgrund eines Leitungsfehlers in den Raum gesaugten Zigarettenqualms, träumte ich eher von “Prison Break”. Note to self: If you pay peanuts, you get monkeys.

YOU DON’T BELONG Die einfach nur geniale Markenauswahl des Dover Street Market, einer Kult-Boutique, die zum Comme des Garcons-Imperium gehört, kann man leider nur unter erschwerten Bedingungen erleben. Die Verkäufer sind furchteinlößend hip, cool und snobby – und der sechsstöckige Bau ist nur zu Fuß oder mit einem winzigen, langsamen Fahrstuhl zu erkunden. No time, thanks guys

SO G.A.Y. An der Tür von Sohos größter und bekanntester Hômô-Disco:

Türsteher(r)in (T1): “You guys members?”
Meine Ex-Assistentin S. et moi (Wir): “Nope.”
T1: “You been here before?”
Wir: “No.”
T1: “Please see my colleague over there.”
Wir: “Duh.”
T2: “You know what night it is?”
Wir: “Saturday night?”
T2 [mit bedeutungsvoll aufgerissenen Schweinsäuglein]: “Gay night!”
Wir: “Thank you gay Jesus!”

Und dann wollte er noch nicht einmal meinen Ausweis sehen. “I see that you’re over 18“. What a bitch! Drinnen wunderbar schwuler Wahnsinn. Auf dem riesigen Dancefloor des ehemaligen Theaters, der sich über das Parkett bis hinauf zur Bühne erstreckt, wird wild zu Haddaway und Techno-Remixes von anderen Eurodance-Classics gemoved, Zungen tasten Rachen nach Mandeln ab, auf zwei Großleinwänden läuft “The Wizard of Oz” in einer Endlosschleife.

Im 1. Rang, komplett bestuhlt, wird hardcore geknutscht und sich auf Klappsesselchen gewälzt und in einer separaten Lounge laufen 80er-Kulthits an Smirnoff Ice. Das Publikum ist zwischen 18 und 35, ein unerschütterlicher Endfünfziger mit ansehnlichem Oberkörper und Bohlen-Bräune reibt sich ungefragt an jedem, besonders S. hat ihn in ihren Bann gezogen. Ich muss sie mehrfach retten. Beim Transfer von einer schwülen Tanzfläche zur nächsten werde ich Opfer eines Nippeltwist-und-Gemächt-Griffes. Und da sagt noch einer, Männer könnten nicht multitasken. Ich erwäge kurz, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten, um den Unbekannten kennenzulernen. Um 3 verlassen wir das G.A.Y., auch ohne Zungen- und sonstige Penetration very happy.

SHOCKING! In der Weltmetropole fahrt die Tube nicht die Nacht durch. Nicht einmal am Wochenende. Zwischen 0.40 und 5.40 Uhr meandern also Tausende Menschen ziellos durch die Straßen, auf der Suche nach einem (notfalls auch teureren, illegalen) Taxi. Und die Fahrer sind auch noch wählerisch: “Sorry, not on my route.” Hey, du fährst keine Buslinie, a-hole! Also in Hamburg ist das aber besser organisiert …

ICE, ICE BABY Und die ganze Zeit über schicken die Eiskönigin und ich uns Vorfreude-SMS. Fühle mich wie 18, er ist es. Interessant: Mein Nokia kennt den Begriff “Flirt” nicht. Das hätte ich als Omen verstehen sollen. Nach meiner Rückkehr dann das Zusammentreffen, acht Stunden durch die fröstelige Hansestadt, er ist gut aufgelegt, doch seltsam unnahbar und hart, dennoch Sympathie, Spaß, eine Flasche Veuve bei mir, er nimmt die letzte Bahn. Schickt Minuten darauf eine neue Vorfreude-SMS – und am nächsten Tag folgt ein “Naja, man sieht sich sicher mal wieder. Irgendwann, irgendwo, irgendwie”. Memo to self: You’re getting too old for this shit!

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6 Responses to “random ramblings vol.5: London Edition”

  1. andreschneider said

    Das war doch nicht Ihr erstes Mal? Das nächste Mal sagen Sie Bescheid, dann können Sie umsonst hausen…

    Das mit der Tube ist natürlich fies, aber Gewohnheitssache. Dafür haben einige Läden/Cafés/Bars durchgängig geöffnet, so dass man getrost auch mal eine Nacht draussen bleiben kann. 😉

  2. canela said

    oh my goodness, I had a good laugh! and with nostalgic feelings I rembered my times in löndön. thanks bitchy and buenas noches.

  3. canela said

    schöner reisebericht! ach london. da habe ich mal ein paar monate in einem projekt gearbeitet und meine leber praktisch bis ans lebensende konservierbar gemacht.

    ich habe in dieser zeit 17 cds gekauft und ein t-shirt. dieses t-shirt sollte von einem londoner designer sein. zumindest war das mein wunsch.

    ich konnte einem paul franks nicht wiederstehen. zuhause in der schweiz, stellte ich fest, dass dieser paul gar kein engländer sondern ein kalifornier war. aber immerhin. auf dem kleinen label am nacken steht: paul franks loves you! ist doch auch was, oder?

  4. stylebitch said

    Das ist aber lieb!! 🙂 Komme ich vielleicht wirklich in 2008 drauf zurück. Nee, war nicht mein erstes Mal, eher das siebte, aber so kurzfristig und daher so discount.

    Ich bin schon fast anderthalb Stunden draußen gewesen, in der Kälte, und nur McDreck hatte noch auf. In den Pubs gab’s nicht mal mehr Alkohol zum Aufwärmen … wirklich seltsam.

  5. andreschneider said

    Stimmt, wir Londoner haben da noch einiges nachzuholen. 😦

  6. stylebitch said

    @canela: Da sind Sie doch aus irgendeinem Grund ins Spam-Kisterl gerutscht. Habe ich gerade erst bemerkt, sorry!
    Interessant finde ich, das wird in Dublin sicher noch ärger sein, dass sich kaum ein Engländer schämt, mit versoffenem Kopf durch die Nacht zu torkeln. Schon tagsüber sind die Nasen nicht bloß wg. akuter Kälte schön rot und großporig. Macht das Kennenlernen für Touristen, besonders die vom anderen (Themse-)Ufer sehr viel einfacher. Vielleicht sollten wir hier auch die After-Work-Drink-Pflicht nach 18 Uhr einführen, und alle Menschen werden Brüder. Und Schwestern. Prost!!

    Paul Frank ist doch der mit dem Affen-Logo, gell? Der hat doch einen Store in der Carnaby Street, wenn ich mich nicht irre. Da um die Ecke habe ich Wheatgrass Juice geschlürft. So wegen ewig leben und so 😉

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