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you say i’m a bitch like it’s a bad thing …

random ramblings vol.7: Gay Movie Edition

Posted by stylebitch on December 30, 2007

Liebe Liebenden, ehe ich gleich damit beginne, mir bis morgen kurz vor 20.00 Uhr Gedanken über mein Silvester-Outfit zu machen – Tramp, Vamp, Schlamp-e? – wollte ich noch rasch einige Zweizeiler in den Äther schießen:

29.1a Seit ich gestern nullte, fällt mir vor allem eines auf: Meine Freunde scheinen in der selben Nacht 55 geworden zu sein. Ständig ist man müde, muss chillen (vom chillen), sich ausruhen, bloß nicht vor die Tür – und überhaupt … Ich brauche dringend eine Spritze gegen Jungvergreisung! Mittlerweile ist sogar schon die Phase “Raclette-Gesellschaftsspiele-Kuscheldecke” erreicht. WTF?
Dafür haben mir meine beiden plötzlich so häuslichen Lieblingsfreundinnen gestern einen wunderprächtigen Jubeltagnachfeiertag geschenkt: Zuerst in die Matinee von “Enchanted – Verwünscht” (Merke: Kakerlaken, Tauben und Ratten sind Deine besten Putzhelfer – wenn Du stumpfe Liedchen trällern kannst. Und: Susan Sarandon gibt auf Balenciaga-Plateaus eine sehr stylishe Hexe ab; Foto). Dann lecker Thai-Curry to-go (eine Thai street kitchen ist nur dann echt, wenn der Koch mit der Fluppe im Mundwinkel kocht wie Peggy Bundy!). In der Privatresidenz von I.: Präsente, Präsente, Präsente. U.a. dies und dies (s. unten):

hoff.jpg

Zum krönenden Abschluss schauten wir “Pretty in Pink“, hatte ich noch nie gesehen und wunderte mich sehr darüber, das irgendjemand Molly Ringwald 1. irre begehrenswert fand und 2. ihre völlig geschmacksverirrten Klamotten (selbst für 80er-Maßstäbe!!) als stilangebend begriff. Wow. Die wahre Fashion-Diva war ja wohl der hinreissende Jon Cryer. Und James Spader, so ganz dünn und noch ohne Rehab-Karriere und William-Shatner-Ähnlichkeits-Medaille – rrrrr….. Überhaupt ganz großes Dialog-Kino:

Andie: You know your talking like that just because I’m going out with Blane
Duckie: His name is Blane? Oh! That’s a major appliance, that’s not a name!

Duckie: You know what an older women does for me?
Iona: Changes your diapers?
Duckie: Touché.

Blane: You said you couldn’t be with someone who didn’t believe in you. Well I believed in you. I just didn’t believe in me. I love you… always.

Andie: I just want them to know that they didn’t break me.

Schließlich lümmelten wir uns in Ikea-Schlappen auf die Sitzlandschaft, Feuchtigkeitsmasken im Gesicht und fotografierten uns gegenseitig für die nächste Documenta. Thanks a lot, my favourite bitches in the world!! 🙂

WUNSCHLOS? PAH! Meine Liste für Ostern oderso füllt sich schon wieder. Ich will das Buch “Cumshots – Höhepunkte der deutschen Pornofilme“, weil es hoffentlich an diesen grandiosen Beitrag anknüpft und in einer Rezension wenigstens schon die Titel “Frühstück bei Fickany’s” und “Casino Anal” erwähnt wurden. Auch das Kapitel zu “Arbeitslosenpornos” mit dem Titel “Gammelfleisch” klingt vielversprechend. Wenn auch für einen Vegetarier etwas schwer verdaulich 😉
Und dann hat mich die Besprechung von “Innocent” sehr neugierig gemachtg. Sammle momentan gay movies und den muss ich auch haben.

VON MIR FÜR EUCH Ehe ich eine eigene Filmunterseite einrichte, hier rasch einige Empfehlungen aus meiner Hômo-Videothek (natürlich auch für friends), ideal für den hoffentlich wunderbar verkaterten 1.1.2008:
Girls will be girls” – Herrlich campy! Alternde Diva haust mit devoter Maid in versumpftem Bungalow in den Hollywood Hills und träumt vom Gestern. Als eine Nachwuchsaktrice auftaucht, erwacht in der Hausherrin ein perfider Ehrgeiz … Der urkomische Clou: alle drei weiblichen Hauptrollen werden von Travestiestars gespielt – und was für welchen: Jack Plotnick, Clinton Leupp und Jeffery Robertson! “Sunset Boulevard” trifft “Wigstock” – und Mega-Talent.

Beautiful Boxer” – Der Kampf eines Jungen, der um endlich zur Frau zu werden, etliche Männer auf die BRetter schicken muss. Mit Stil! Einer der berührendsten Filme, die ich je gesehen habe, gefühlsecht gespielt, behutam gefilmt, und doch immer wieder extrem bildgewaltig. So sinnlich habt ihr Boxen noch nie gesehen. Really!

Vacationland” – Nicht perfekt, aber dennoch ungewöhnliche Coming-of-age-and-out-Geschichte vor dem Hintergrund des US-Urlaubsstaated Maine
Latter Days” – Bezirksmatratze soll für eine Wette braven Mormonen bekehren. Lustig, durchaus erotisch (ist schließlich kalt draußen) und tragisch. Ich habe ja ein Faible für die schnieken College Boys, die die Mormonen durch die Hamburger Innenstadt schicken, um uns zu retten. Die sind immer so adrett friesiert, tragen klassisches Schwarz und Schildchen wie “Elder Smith”.

Strangers with candy” – Zu der wohl schrägsten, tabulosesten und zwerchfellzertrümmerndsten Comedy-Serie ever – starring the unbelievably funny Amy Sedaris – fehlen mir die Worte. Kauft die ganze Serie, kauft den Kinofilm. Nur kauft sie euch. Los!! (Nur so viel zum Inhalt: Jerri Blank ist 47, war im Knast, auf dem Strich, überall, ehe sie noch einmal die Schulbank drücken will, um ihr Leben neu zu starten. Der Rest ist Komik-Geschichte!)

The Hanging Garden” – Schwules Kino wie es ruhig öfter sein könnte: komplex gezeichnete Charaktere, Innenansichten einer Familie, eine doppelbödige Geschichte voll verschwiegener Verletzungen und einem tränentragischen Ende. Schön!
FAQs” – Zuweilen etwas plakativer Film über ein street kid, das nach Antworten zu schwulenfeindlicher Gewalt sucht. Küsse oder Bomben?
Ethan Mao” – Wichtiger Film, weil er thematisiert, wie eine asiatische Familie mit dem Schwulsein eines Kindes umgeht, und damit eine gefährliche Dominoreaktion heraufbeschwört. Außerdem werdet ihr nirgend einen süßeres Drogendealer finden, als Remigio.

Another Gay Movie” – Witziger, bunter, sc hriller als alle American-Pie-Filme zusammen und kurz vor der Fortsetzung – mit RuPaul. What up, y’all? P.S. Nancy Sinatra hat für Teil 1 übrigens einen wunderbaren Lala-Song aufgenommen.

Boy Culture” – An manchen Stellen etwas steif gespielt, jedoch temporeich erzählt und mit einer berührenden Performance von Veteran Patrick Bauchau. Außerdem kann ich mich an Darryl Stephens eh nicht satt sehen … Ach ja, die Story: Luxuscallboy lernt, nach vielen Irrungen und Wirrungen wirklich zu lieben. Das ist doch was 😉

Le ciel sur la tête – Times have been better” – Die Franzosen haben es einfach drauf, eine Familie bis auf die Knochen zu sezieren. Und dabei noch sommerleichten Humor einzustreuen, wenn’s gewünscht ist. Hier bringt das späte Outing des Lieblingssohnes eine wohlhabende Familie an den Rand des Kollaps. Authentisch, witzig, lässig wie eine Gauloise zwischen den Lippen von Stéphane Rideau in “Presque rien“. Achja …

Angels in America” – Ein Film, der mich vermutlich drei Liter Körpergewicht in Tränenform gekostet hat (warum weint man eigentlich kein Fett? Das wäre praktisch!). Basierend auf Tony Kushners Pulitzer-Preis-geehrtem Bühnenstück versammelt Regisseur Mike Nichols die Elite des amerikanischen Schauspiels, um dem Thema AIDS in nach und nach ineinander greifenden Episoden ein, nein viele Gesicht zu geben. In epischer Breite. Und so kitschig wie zum Heulen.

Und nun, meine lieben Paarhufer (Copyright: Sibylle Berg), entlasse ich euch in den letzten Tag vor 2008. Mit einem Lied.

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3 Responses to “random ramblings vol.7: Gay Movie Edition”

  1. andreschneider said

    Oh, “Cumshots” habe ich auf meinem Blog ja auch empfohlen. Ein wunderbares Geschenk-Buch. Du kannst Tränen lachen. Einer meiner Titelfavoriten: “Tropfen auf die heisse Sau”. (“Räuber Fotzenglotz” ist natürlich auch nicht schlecht, und über “Es riecht nach Pipi im Taka-Tuka-Land” auch.)

    Schwule Filme sind ja (so mal) nicht sooo meins. “Another Gay Movie” war allerdings sehr lustig. Schon allein des Titels wegen. Die Welt braucht nun wirklich nicht noch einen Coming-Out-Film. Alles doch sehr redundant und einfallsarm geworden. Es gibt ein paar sehr schöne Perlen, zugegeben. (“Juste une question d’amour” zum Beispiel. Ein TV-Film, der in Frankreich alle Zuschauerrekorde brach, als er 2000 erstmalig gesendet wurde.)

    Bitch, einen guten Rutsch wünsche ich Dir. Gleite gesund und glücklich rein.

  2. stylebitch said

    @André: “Juste …” habe ich mir gleich mal notiert! Merci!! Gucke ja zwischendurch auch mal was anderes 😉 ‘N Rosamunde-Pilcher-TV-Roman oder so …
    Lieber André, wünsche Dir ebenfalls eine erinnerungswürdige Silvesternacht. Bis bald im Netz und bis demnächst mal in Berlin? Beschütz mir Chelito vor den bösen Kreuzberg-Böllern!
    Cheers, Deine Bitch
    (das klingt jetzt frivoler als ich’s meinte – but what the heck …)

  3. […] Übrigens extremst funny als siedekickim Video dabei: die einzigartige Amy Sedaris, einigen von euch vielleicht bekannt aus “Strangers with Candy” und diesem Posting. […]

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