stylebitch

you say i’m a bitch like it’s a bad thing …

“Auf der Reeperbahn nachts um halb zwei …”

Posted by stylebitch on January 1, 2008

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Ich weiß wirklich nicht, warum ich immer Recht behalten muss. Ich lege gar keinen großen Wert dadrauf, es ist eher eine Bürde, fast ein Fluch. Nehmen wir beispielsweise die Silvesternacht. Mit der wunderbaren T. aus S. und der einzigartigen I. war eine bis zur Erschöpfung durchtanzte Nacht geplant. So jung kommt man ja auch nicht noch einmal … usw.
Hamburg ist zwar nicht Berlin-wir-feiern-die-Erföffnung-jeder-Sardinendose, aber eben auch nicht Wanne-Eickel, ergo die Auswahl doch recht üppig. All-inclusive mit 6 Dancefloors plus Karaoke plus ‘Büffet’ plus Getränkeflatrate oder ähnlich mit 4 oder 3 oder 2 floors? Hm. Da die offerierten Speisen meist unterdurchschnittlich bis ungenießbar sind, zumindest für unsere verwöhnten Gaumen, und man auch 6 floors mit richtig fieser Musik beschallen kann, suchten wir weiter.

Ich plädierte schließlich entweder für eine ganz neue Location, in der zumindest wir noch nicht geschwitzt hatten, oder für party hopping durch günstige, vielleicht gar schwule Clubs. Shocking! Der Gegegnvorschlag: ein unter Abiturienten und Exil-Briten-Iren-Dazwischen seit Jahren gehypter, recht weitläufiger Irish Pub mit Live-Band und separater discotheque. Mit der matten Entgegnung “Aber wenn das doof ist, wechseln wir” fügte ich mich, wer will schließlich nicht wissen how the other half lives and parties? Im letzten Jahr, versichert I., sei es famos gewesen: gut durchgerührtes Publikum, feine Melodeien, wohltemperierte Stimmung.

Schnitt.

Schon vor dem Eingang wäre dann N., ein Freund von I., fast vermöbelt worden, beherztes Vorwärtsschreiten verhinderte den Faustkampf. Irgendein 17-jähriger im Delirium – aber mit ausreichend Aggression im Tank. Drinnen, ich mache es kurz, folgende Raumaufteilung: im Erdgeschoss die Bar, eine Mini-Live-Bühne mit exzellentem Sänger, jedoch keinem Meter Tanzfläche. Dafür von verschütteten Alkoholika durchsuppte Gratis-Berliner – warum sind Heten eigentlich solche Schweinigel? – und Umsonst-Sekt der Marke “Scheibenklar”.
Im Untergeschoss rechts: Hauptschulabsolventen an schwülstigen R’n’B-Sonds.
Im Untergeschoss rechts: eine Schülerband vermurkst einst bekannte Charthits zu unkenntlichem Teenie-Punkrock. Der Clou: schon nach fünf Minuten Stippvisite untertage hatte ich dicke Tränen in den Augen, weil der Grillrauch des Für-lau-BBQs direkt in die kleine Konzertbutze zog. In Schwaden, die man schneiden konnte wie Rippchen.

Wir flüchten nach oben, wo sich mittlerweile einige Briten in ihren Schuluniformen in einen Wachkomazustand getrunken haben und 9.-Klasse-Grazien mit reichlich Hüftspeck textile Albträume Marke “Goldener H&M-Knallbonbon” spazieren tragen. Um 1.20 Uhr, mit gereizter Rachenschleimhaut ob eines überhasteten Prosit-Neujahr-Schlucks Rebenlauge, rege ich den Abgang an. Dass mein Bauchgefühl aber so ätzend unfehlbar sein muss … Die Mädels wollen nach Hause, ich unterdrücke einen Gay-Amok-Schrei (“Gurlzzzzzzzzzzz …..”) und lotse das Trio in unseren Stamm-Discokeller.

Aus dem wir gegen 4.30 Uhr mit “Dancing Queen”, “YMCA” und den Beach Boys im Ohr, durchgeschwitzt und glücklich in den Morgen steigen. Heißt der Film, den man morgens über Hamburgs sündige Meile drehen könnte, sonst immer “Unter Reiher(er)n”, sieht es am 1.1.2008 erstaunlich trocken aus auf dem trottoir. Mit liebreizenden New-Years-Wünschen im SMS-Speicher juckele ich per U-Bahn heimwärts, sehe Pärchen sich mit den Lippen aneinander festhalten, und summe still vor mich hin, was ich mir für mich wünsche:

I remember love on a rooftop
We couldn’t make our love stop
We were giving all that we got
[…]
I remember holding you so tight
Ooh, when kissing lasted all night
[..]
Whoa, whoa, whoa,
Love on a rooftop

Und das wünsche ich auch allen meinen Lesern, Zufällig-Vorbei-Surfern und auch allen Stylebitch-Total-Blöd-Findern. Fühlt euch – bis auf die Blöd-Finder, denn das wäre dann doch zu viel Altruismus! – herzlichst gehugged und luftgeküsst. [Vorsicht mit meinem Make-up. Danke.]

Peace!

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