stylebitch

you say i’m a bitch like it’s a bad thing …

random ramblings vol.9: Alles-muss-raus-Ausgabe

Posted by stylebitch on January 14, 2008

So random, verehrte bitchlings und solche, die es noch werden wollen, waren diese ramblings noch nie. Auch noch nie so medienlastig. Also Obacht an der Wortschwallkante!

AUS DIE MAX Da lese ich am Wochenende im KressReport, dem Medienschlampen-Branchennews-Dienst, und kippe fast aus den Plateaupantoffeln: Hubi Burda stellt die Max ein. Nur die Marke soll für Web-Zeugs und evtl. Reiseführer erhalten bleiben, der Rest ist G’chichte. Das ist so überfällig wie schlimm. Überfällig, weil das Format, was ich einst liebte – als es noch die in üppigster Übergröße erschien, die New Economy hip und Werber Popstars waren – jahrgangsweise abheftete, die David-LaChapelle-Strecken ausschnitt, über mein Jugendbett pinnte und am Gymnasium bewundert bis belächelt wurde, wenn die Max aus meinem Ledertäschchen rutschte, als Untoter ein armseliges Dasein führen musste.
Erst auf ein Durchschnittsmaß gestutzt, dann als zweiwöchige Stern-Attacke umgemodelt (inkl. Uschi-Glas-im-Bikini-Skandal!), schließlich wieder zum Monatsheft gedengelt und final an Burda verscherbelt (zusammen mit der ehemals famosen Amica und Fit For Fun – visionäre Hefte. Damals …). Dann schmiss man einem britischen Berater noch die letzten Ladifundigen in den frisch veneerten Rachen – und das Heft sah aus wie eine Bravo für Spätpubertierende. Quasi wie Vanity Fair.
Schlimm aber ist daran, dass ich einige sehr gute Freunde in der Redaktion habe, die von den Plänen wie üblich SEHR SPÄT erfuhren. “Übrigens, das nächste Hefte ist das letzte gewesen. Schön’ Tach noch” – so oder ähnlich geht es jetzt zu, in Magazinfabriken. Sicher, man kann jetzt auch für Postillen wie InTouch Stars in Wort und Bild zerschreddern oder bei Laura/Lisa/Bella/Tina/Joy einfach irgendwas Harmloses machen. Für Journalisten aber, die mit Herzblut und Verstand moderne Premiummagazine machen wollen, wird die Luft immer dünner!

POSH@ICHMUSSTEGEHEN.DE Im gleichen Rundbrief dann der Hammer. Denn auch wenn eingeweihte Kreise schon lange seine Tage zählten, dass es wirklich passiert, dachte niemand: Dr. Ulf Poschardt ist nicht mehr Chefredakteur von Vanity Fair. Das “Neue Magazin Für Deutschland”, das Blatt für die “Movers und Shakers”, der erschreckend provinziell und so belang- wie lieblos gezergelte Ableger meines liebsten US-Magazins ist führerlos. Die Interims-Berufung des Glamour-Chefs gibt bereits die Richtung vor, in die VF nun vom Hauptstadt-Gesellschafts-Gemischtwarenladen gesteuert werden soll: Gossip, Fashion & Lifestyleblablabla … Zeit für ein neues Buch, Dr. Posh. Vielleicht über Berlin, strahlend weiße Büroräume, hartnäckige Koksgerüchte und ihre, mit Verlaub, irre sinnlichen, gebärfreudigen Wimpern!

NEW-YORK-NOTIZEN “I’d never thought I’d miss Nixon” (T-Shirt-Aufdruck, Washington Square Park) *** “I am the hardest working person I know” (Lindsay Lohan über sich selbst) *** “I’ll have a low fat apple streusel muffin and a tall soy vanilla no-sugar latte” (Kundin bei Starbucks)*** “I wanna have your babies” (Refrain eines Hits von Natasha Bedingfield) *** “Wake me up for duty free shoping” (Schlafmasken-Stickeraufschrift an Bord von Emirates) *** “Don’t quit your night job” (Titel eines Comedy-Abends. Und ein guter Rat, so ganz allgemein…)***”Ich rauche einfach zu gern, um es lange auf smoke-free events auszuhalten” (Fran “The Nanny” Drescher)

KATJA, COME BACK! Jeder Tag beginnt bei mir mit dem Studium der Bild-Titelseite, die mein Metzger vor seinem nach Fleischbrät müffelnden Laden in einem Plastikaufsteller on display hat. In der S-Bahn überfliege ich bei Mitfahrern gut getarnt die wesentlichen Themen und manchmal, in unserer Office-Nasszelle, hat ein Kollege den Rest liegen lassen. Den Rest der Zeitung! Dann kann ich endlich einen Blick auf sie werfen, die legendäre Mieze auf der Seite 1, die ich schon zu Schulzeiten, damals wurde Brot noch mit Waschkörben voller Geldscheine bezahlt, unwiderstehlich fand. Doch nicht die nackige Uschi/Sabine/Yvonne fand ich so anziehend ausgezogen, please gurlzzzz, nein, die Texte waren es, die mein sprachinteressiertes Großhirn anzogen.
Was die Ex-Zahnärztin Katja Kessler den Apfelpos und Spitztitten auf den drallen Leib schrieb, war nämlich pure Poesie: “Doofer Jahrhundertsommer! Puh, stöhnt Sabine, hoffentlich kommt bald Feuerwehrmann Klaus. Der hat den Schlauch immer dabei”; “Wer wäscht Michele bloß nachher noch das Salzwasser von der Haut?”; “Oberzoologin mit eifrigen Jungforschern”; “Labamba, gibt’s hier Kokosnüsse?”; “die knackige Melinda ist Proktologin [sic]”; “Ob sie ihre köstlichen Äpfel zu feinem Apfelsaft verarbeiten lässt? In attraktiver Verpackung und mit ordentlich viel Fruchtfleisch?” …
Pool-Boys, geile Postboten, kecke Friseurinnengehilfinnenazubis aus dem Fichtelgebirge … Katja Kesslers Vokabular rekrutierte sich ausnahmslos aus “Schulmädchenreport 1-27”, einem Hauch Groschenroman und etwas “Steiners Theaterstadl”. Doch ab und an gelangen ihr mit einem Hauch Ironie auf 12 knappen Zeilen wahre Kabinettstückchen der Formulierkunst. Heute, in der Post-Kessler-Ära, lohnt das “Bild-Girl” nicht einmal textlich mehr einen Blick. Beispiel Annika, die “von den Bergen träumt” [gähn]: “Die angehende Speditionskauffrau macht noch bis 2010 ihre Ausbildung blablabla […] Bis dahin wird sie mit ihrem FREUND [Hallo Bild, jemand zuhause?] und zwei Katzen in ihrer 3-Zimmer-Wohnung blablabla …” Oh Mann, da stimmt ja nix. Die Nacktschnecke ist liiert, der absolute downer, der Text liest sich trotzdem wie eine langweilige Singleanzeige. Wo ist das steile Matterhorn, wo die feschen Kerls vom Truckertreff, denen sie gern beim Auspuffpolieren hilft oder eine Currywurst spendiert, an der Raststätte.
Sorry, Bild-Girl, aber so will Dich auch “Kuddel vom Hafen” nicht, den La Kessler immer beim Schreiben vor Augen hatte.

BRITNEY-JAGD Rund um den Globus hat Oberklatschbase Perez Hilton seine sieben Trillionen page visitors letzte Woche gejagt, als er Britney aka Unfitney verlegt hatte. Hängt sie sonst doch immer in seinem Lieblings-Starbucks rum, hatte sie sich – nachdem ihr Starbucks US-weites Hausverbot erteilt hat – frech irgendwo versteck. Von überall tauchten Fotos auf, Slutney wurde auf allen Kontinenten mindestens einmal gesichtet. Wie lustig, dachte ich so beim Tahitiperlen sortieren, Britney ist das neue Monster von Loch Nass Ness, der totalrasierte Yeti, das gaaaanz tief versunkene Atlantis. Stündlich wird sie irgendwo von einem verhaltensauffälligen Teenie mit Kamerahandy aber Sehfehler gespottet, dabei sitzt sie wahrscheinlich bei Burger King auf dem La Cienga Boulevard in L.A. und fummelt mit ihrem neuen Paparazzo-Boyfriend, während er ihr fries in den Ausschnitt wirft. Wie jede gute Mutter!

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2 Responses to “random ramblings vol.9: Alles-muss-raus-Ausgabe”

  1. Allein für den Link zum Uschi-im-Bikini-Foto danke ich Dir auf Knien. *gröhl* Hammer!

  2. stylebitch said

    @André: Hatte ich früher noch, den A4-Ausschnitt von der Seite. Vor allem das fiese Grün im Hintergrund – buähhhh. Dabei hat das ewige “Schätzchen” ja wirklich für damals knapp 60 eine strandtaugliche Figur. Bloß als close-up in einer Illustrierten, in der sich sonst nur Models nackig machen, kommt das ganz arg rüber. Neben Dagmar Berghoff in Strapsen wäre es wieder ziemlich stark …

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