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Mel Brooks’ Young Frankenstein

l1030002-1-640x480.jpgHabe den Film ja nie gesehen, wusste nur, dass Glupschauge Marty Feldman mitmacht. Den fand ich ja immer sehr witzig. Aber da ich schon „The Producers“ weder on Broadway noch im Kino gesehen hatte, wollte ich mir wenigstens einen Brooks live on stage gönnen. Mit 67 Dollar geradezu ein Schnäppchen, Brooks nimmt gern mal 300 bis 600 Dollar, wie zu Beginn bei den „Producers“.

Die Story: Dörfler in transsylvanischem Kaff sind froh, als der letzte Dr. Frankenstein das Zeitliche segnet. Seine ständig ausbüchsenden Kreaturen gingen ihnen nämlich schon mächtig auf die Steckrüben. Doch dann taucht ein Enkel des Verstorbenen, von Beruf Hirnforscher. Sein Name: Frederick Frankenstein („It’s pronounced Fronken-steen!“). Eigentlich will er bloß seine Erbschaft abwickeln, vor Ort jedoch kann er sich seiner Ahnentafel nicht mehr entziehen und fängt an, an Leichen herum zu schrauben, wie an Oldtimern, die man wieder zum Laufen kriegen will. Mit Erfolg. Die Dörfler sind gar nicht angetan, ebenso wenig seine verwöhnte Verlobte, die ihm nachreist und ihn mit seiner blondbezopften Laborantin erwischt.

Die Musik, die Multitalent Brooks zu diesem Horrorslapstick schrieb, orientiert sich fast nostalgisch an Showtunes vergangener Zeiten. Etwas „42nd Street“, ein wenig „Puttin’ on the Ritz“ (das Titellied wird auch direkt zitiert), ein Quentchen „Tanz der Vampire“, alles recht jazzy abgemischt, ab und an gar mitreißend.
Die Stärke der Produktion sind jedoch nicht die Melodien selbst, sondern die herrlich verschrobenen Texte, derben sexuellen Anspielungen und die comichaft geschnitzten Charaktere. Roger Bart ist ein ständig herumwirbelnder Young Frankenstein mit ordentlicher Stimme, Christopher Fitzgerald gibt den buckligen Diener Igor, die Feldman-Rolle, fast schon niedlich devot und mit grandioser Körperbeherrschung. Veteranin Andrea Martin liefert schließlich mit ihrem Lamento „He vas my boyfriend“, in dem die Haushälterin Frau Blucher dem geliebten Dr. Frankenstein sen. nachtrauert, einen der Höhepunkte des 1. Aktes.

Im zweiten Teil begeistern vor allem der blinde Eremit, zu dem Frankensteins Monster vor dem Dörfler-Mob flüchtet, mit „Please send me someone“ – und Young Frankenstein’s Verlobte Elizabeth, schrill und divaesque gespielt von Megan Mullally (Karen aus „Will & Grace“). Ihre Ode an den mega schlong der Kreatur, „Deep Love“, gehört fast schon X-rated. Ich habe Tränen gelacht, während die Vierjährige hinter mir – warum auch immer die mit ins Theater musste – kein Wort verstanden hat. Noch nicht.

Ein altmodischer, temporeicher Spaß mit Musik für Erwachsene, frivol, funny. Nicht mehr, nicht weniger.

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One Response to “Mel Brooks’ Young Frankenstein”

  1. […] Frankenstein [klick here, […]

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