stylebitch

you say i’m a bitch like it’s a bad thing …

Walmartopia

l1030149-1-640x480.jpg

Die Story: Eine Mutter und ihre Tochter, beide arbeiten für ein Taschengeld beim größten Einzel- und Waffenhändler des Planeten, WalMart, werden in die Zukunft gebeamt. Dort hat der Krake aus Bentonville, Arkansas, bereits das gesamte öffentliche Leben unter seine Kontrolle gebracht: die Kids lernen im SchoolMart, wer ihnen ein glückliches Leben verkauft. Neue Kniegelenke von verstorbenen Chinesen gibt’s – zum lowest possible Preis – bei MedMart. Und wer sich kreativ betätigen will, darf bei WalArts Werbespots für, richtig, WalMart kreieren. Querulanten werden à la 1984 „behandelt“. Schaffen es die beiden dennoch, eine Revolution anzuzetteln? (Video)

Da ich eine Matinee besuchte, fiel der Applaus für Walmartopia leider etwas dürftig aus. Die 50 bis 80-jährigen im Publikum konnten entweder nicht mehr so richtig klatschen oder hatten sich mit der Herrschaft von WalMart bereits abgefunden. Dabei ist das Thema gerade für Manhattanites sehr aktuelle geworden, seit man in Bentonville das Zielfernrohr auf den Big Apple gerichtet hat. In Brooklyn soll der erste WalMart stehen, wenn die Nachbarschaft das nicht noch verhindern kann. In Vermont, auch das ein Thema dieses Musicals mit Botschaft, hat man die blauen Megakästen durch eine besondere List an der Expansion gehindert, in dem man den gesamten Staat zum nationalen Naturerbe erklärt hat. Nix 2000 Parkplätze und Hochregallager mehr. Bravo!

Die gesamte Cast legt sich ordentlich ins Zeug, viele Szene sind Satireglanzstücke. Songs, die mir besonders gefallen haben: „These Bullets Are For Freedom“, „One-Stop Salvation“ und „March of the Executives“. In Deutschland lief es ja für die Megalomaniacs auch nicht so super, hier heißen die WalCenter ja jetzt alle wieder Edeka. Aber wir haben ja noch Lidl, Aldi und Schlecker, die Gewerkschaften und arbeitsgerechte Bezahlung sowie ein erträgliches Arbeitsklima für ein dem streamlining im Weg stehendes, überflüssiges Relikt halten.

Ich muss jetzt in meinen Schrebergarten. Unkraut zupfen und die Ziege melken. Man sieht sich, fellow Selbstversorgers.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

 
%d bloggers like this: